Willi Cuno (geb. 22.9.1860 in Berlin; gest. 26.5.1951 in Hagen) war in den Jahren von 1907 bis 1926 Oberbürgermeister der Stadt Hagen und Förderer des Berufsschulwesens. Er gibt unserer Schule ihren Namen. In seinem Sinn werden die zahlreichen Bezirksfachklassen in der Berufsschule von Auszubildenden aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Märkischen Kreis, den Kreisen Olpe und Siegen und dem Hochsauerlandkreis besucht. Damit unterstreicht das Cuno-Berufskolleg II die Bedeutung der Stadt Hagen als Stadt mit zentralörtlichen Funktionen.
Aus unserer Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Cuno-Berufskollegs im April 2007:
50 Jahre "Cuno" - Von der gewerblichen Knabenschule zum Berufskolleg - Ein Haus des Lernens im Wandel der Zeit
Die Wurzeln der heutigen Schule finden sich in der Handwerker-Sonntagsschule, die 1834 in Hagen gegründet wurde, und aus der später die Berufsschule der Stadt Hagen hervorging. Im Jahr 1887 erhielt sie die Bezeichnung "Gewerbliche Fortbildungsschule". Während des 2. Weltkrieges wurde die Schule, wie nahezu die gesamte Hagener Innenstadt, fast völlig zerstört. Erst nach dem Krieg konnte ein behelfsmäßiger Unterrichtsbetrieb "der gewerblichen Knabenschule" in einer unzerstört gebliebenen Volksschule und in der erheblich beschädigten Zweig berufsschule im Stadtteil Haspe wieder aufgenommen werden.
Aufgrund der in der Nachkriegszeit schnell ansteigenden Schülerzahlen nahmen Stadtvertretung und Stadtverwaltung die Planung einer neuen Berufsschule in Angriff. Am 28. Juni 1950 wurde der einstimmige Beschluss gefasst, das neu zu errichtende Schulgebäude "Cuno-Berufsschule" zu nennen, nach Willi Cuno , dem Förderer des beruflichen Schulwesens und Altoberbürgermeister der Stadt Hagen. Am 22. Juli 1954 wurde der entsprechende Bauauftrag an die jeweils Verantwortlichen erteilt, und in der Folgezeit entstand die "Cuno-Berufsschule" auf einem zentral gelegenen Gelände in der Hagener Innenstadt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. November 1954, und am 23. März 1957 konnte der Neubau in Gegenwart des damaligen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen und des Hagener Altoberbürgermeisters, Fritz Steinhoff seiner Bestimmung feierlich übergeben werden.
Die Wirtschaft in Deutschland nahm Ende der 50er Jahre weiter Fahrt auf und benötigte viele gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Mitte der 60er Jahre platzte die Cuno-Berufsschule bereits aus allen Nähten und die Stadt Hagen reagierte, indem sie mit der Käthe-Kollwitz-Schule eine weitere Berufsschule etablierte, die dann 1966 die Klassen der Bekleidungs- und Nahrungsmittelberufe der Cuno-Berufsschule übernahm.
Darüber hinaus war die Schule aufgrund der hohen Schülerzahlen am 1. April 1966 in zwei verwaltungsmäßig getrennte Schulen unter einem Dach geteilt worden: Die Cuno-Schule I hatte seinerzeit die überwiegend industriellen Berufsklassen der Metall- und Elektrobranche übernommen, die Cuno-Schule II die vorrangig handwerklichen Berufe des Bau-, Gestaltungs-, Druck-, Holz-, Kraftfahrzeug-, Vermessungs-, Versorgungs- und Zahntechnikerbereichs. Mit dem Gesetz zur Veränderung des Schulverwaltungsgesetzes (Berufskolleggesetz) vom 21.11.1997 verwandelten sich die Cuno-Schule II in das Cuno-Berufskolleg II. Die damit geschaffene Verbindung von beruflicher und allgemeiner Bildung macht das Berufskolleg zu einer attraktiven Alternative in der Sekundarstufe II und eröffnet Schülerinnen und Schülern ein noch breiteres Bildungs- und Weiterbildungsangebot, das sich beispielhaft in der Einführung von einer ganzen Reihe von Vollzeitbildungsgängen äußert.